Drohnen-Gesetze in Ungarn

Mit Drohne in Ungarn fliegen

In diesem Beitrag haben wir für dich die aktuellen Gesetze für die Nutzung von Drohnen in Ungarn zusammengefasst.

In Ungarn gilt die EU-Drohnenverordnung gemeinsam mit einem nationalen Drohnengesetz. Mit der EU-Verordnung wurden die Regeln für Fernpiloten weitestgehend angeglichen. So musst du dich nur in einem europäischen Land als Betreiber registrieren (in den meisten Fällen in dem Land, in dem du wohnst) und auch dein EU-Drohnenführerschein wird länderübergreifend anerkannt.

Die Registrierung als Drohnenbetreiber erfolgt in Ungarn noch über ein Formular. Dieses kannst du hier abrufen.

Überblick der europäischen Regeln mit Gültigkeit in Ungarn

In Ungarn gelten die Vorschriften der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die folgenden Punkte dienen dem Überblick über die wichtigsten Eckpunkte. Einen vollständigen Überblick bekommst du mit unserem Video-Kurs über die EU-Drohnen-Verordnung.

Müssen Drohnen registriert werden? Eine Registrierung ist verpflichtend für alle Drohnenbetreiber, außer die Drohne wiegt weniger als 250 Gramm und ist NICHT mit Sensoren zur Erfassung personengebundener Daten ausgestattet (z.B. Kamera, Mikrofon). Ausgenommen sind auch Drohnen, die unter die EU-Spielzeugrichtlinie fallen. Die Registrierung wird in allen Ländern, die ebenfalls die EU-Drohnenverordnung eingeführt haben, anerkannt.
KennzeichenAlle Drohnen müssen sichtbar mit der individuellen Registrierungsnummer (e-ID) gekennzeichnet werden. Falls vorhanden, muss die Nummer auch ins Fernidentifikationssystem der Drohne geladen werden. Mehr Infos zu Drohnen-Plaketten
Drohnen-Führerschein:Je nach Kategorie müssen Piloten Prüfungen ablegen, um den EU-Drohnen-Führerschein zu erwerben. Diese werden in allen Ländern, die ebenfalls die EU-Drohnenverordnung eingeführt haben, anerkannt.
Unterscheidung nach Kategorien: Offene Kategorie (mit drei Unterkategorien), Spezielle und Zulassungspflichtige Kategorie; keine Unterscheidung zwischen privaten und gewerblichen Piloten.
Maximale Flughöhe:120 Meter im unkontrollierten Luftraum in der offenen Kategorie.
Halte Abstand zu Flughäfen
Respektiere die Privatsphäre anderer Personen

Nationale Besonderheiten in Ungarn

Jedes Land kann bestimmte Aspekte bei den Drohnen-Regeln selbst festlegen. Für Ungarn gelten die folgenden Auflagen ergänzend zu den europäischen Vorschriften.

Ist eine Drohnen-Versicherung erforderlich? Ja, für private Drohnen ab 250 Gramm und für alle gewerblichen Drohnen. Wir empfehlen diese Drohnen-Versicherung.
Mindestalter für Fernpiloten16 Jahre
Kontaktdaten

Militärische Luftfahrtbehörde: klh@hm.gov.hu oder +36/1/474-12-74

Registrierung von Drohnen

Neben der EU-weiten Pflicht, sich als US-Betreiber zu registrieren, gibt es in Ungarn noch die spezielle Verpflichtung, jedes einzelne Fluggerät zu registrieren. Vom Ausland aus kann man diese Drohnenregistrierung nur per Post einreichen.

Bist du bereits in Ungarn, können die Unterlagen auch vor Ort (2220 Vecsés, Lincoln Street 1. Quadrum Bürogebäude im Erdgeschoss) eingereicht werden. Die Öffnungszeiten sind:

  • Montag, Mittwoch und Freitag: 9 bis 12 Uhr
  • Dienstag und Donnerstag: 12 bis 15 Uhr

Die Registrierung wird mit 2.000 Forint berechnet und kann per Überweisung oder vor Ort in bar beglichen werden.

Weitere Vorschriften für Drohnenpiloten in Ungarn

Drohnen ab 250 Gramm müssen versichert sein. Die Deckungssummen staffeln sich nach dem Gewicht des Fluggerätes wie folgt:

  • 250 Gramm bis 4 Kilogramm: 3.000.000 Forint (ca. 7.500 Euro) pro Versicherungsereignis und 6.000.000 Forint (ca. 17.000 Euro) über den Versicherungszeitrum
  • Ab 4 Kilogramm bis 20 Kilogramm: 5.000.000 Forint (ca. 12.500 Euro) pro Versicherungsereignis und 10.000.000 Forint (ca. 25.000 Euro) über den Versicherungszeitrum
  • 20 bis 200 Kilogramm: 10.000.000 Forint (ca. 25.000 Euro) pro Versicherungsereignis

Luftraumfreigabe beantragen

In einem besiedelten Gebiet – also z.B. innerhalb von Städten – dürfen Drohnen nur nach Antrag einer temporären Luftraumfreigabe genutzt werden. Auch andere Gebiete dürfen nur mit eigens zugewiesenem Luftraum überflogen werden. Die Anwendung der App mydronespace ist verpflichtend. Dort werden auch vorübergehend gesperrte Gebiete angezeigt. Allerdings kann man die App nur herunterladen, wenn man sich in Ungarn befindet. Eine Webanwendung steht zwar auch zur Verfügung, erfordert jedoch eine Identifikation über den GoodID Service.

Für die temporäre Luftraumfreigabe (Temporary Designated AirSpace bzw. Eseti légtér engedély) benötigst du eine Genehmigung von der Militärischen Luftfahrtbehörde.

Den Antrag stellst du vollkommen digital über das mydronespace Portal.

Du brauchst auf jeden Fall die genauen Koordinaten, Flughöhe, Art (gewerblich oder privat) und Daten deines geplanten Flugs. Zudem wird eine Bearbeitungsgebühr von 9.000 Forint (etwa 25 Euro) fällig, die du überweisen kannst. Die Behörde empfiehlt, dass du deinen Antrag 45 bis 60 Tage vor deinem geplanten Drohnenflug einreichst.

Die hier aufgelisteten Drohnen-Regeln für Ungarn haben wir nach bestem Wissen recherchiert. Die Richtigkeit der Angaben können wir leider nicht garantieren. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, dann kontaktiere die ungarische Luftfahrtbehörde. Alternativ kannst du auch bei der ungarischen Botschaft in Deutschland um weitere Informationen zu den Vorschriften bitten. Hinterlasse uns bitte einen Kommentar, wenn du Neuigkeiten erfährst und/oder selber Erfahrungen mit deiner Drohne in Ungarn gesammelt hast!

Francis Profilbild Hexagon
Über den Autor

Francis Markert ist der Experte, wenn es um die private oder professionelle Drohnennutzung geht. Als erfahrener Drohnenpilot hilft er dir dabei, deine Drohne effizient und rechtssicher einzusetzen. Seit vielen Jahren widmet sich Francis der Ausbildung von Drohnenteams und Einzelpersonen, um deren Sicherheit im Umgang mit Drohnen zu gewährleisten. Er ist seit 2020 ein vom Luftfahrtbundesamt anerkannter Prüfer und darf neben praktischen und theoretischen Schulungen auch Prüfungen zu den großen Drohnenführerscheinen (Fernpilotenzeungis A2 und STS) abnehmen.

Mit seiner Ausbildungs- und Beratungstätigkeit unterstützt Francis professionelle Anwender in Unternehmen und Behörden genauso wie interessierte Einzelpersonen. Außerdem ist Francis Autor des erfolgreichen Buches „Drohnen: Die große Fotoschule“ und Mitbegründer von Drohnen-Camp Plus, dem Mitgliederbereich für die Drohnencommunity.

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