Drohnen-Gesetze in Nigeria

Drohne in Nigeria fliegen

Erfahre in diesem Artikel, welche Regeln für Drohnen in Nigeria gelten.

Der Betrieb von Drohnen wird von der Nigeria Civil Aviation Authority (NCAA) geregelt. Das aktuelle Regelwerk ist Part 21 der Nigeria Civil Aviation Regulations 2023.

Drohnen gelten in Nigeria als sicherheitsrelevante Technologie. Für die Einfuhr brauchst du vorab ein End-User Certificate (EUC), das du über das EUC-Portal des Nationalen Sicherheitsberaters beantragst. Sonst kann deine Drohne bei der Einreise vom Zoll einbehalten werden. Das Portal verlangt unter anderem ein Empfehlungsschreiben der NCAA, einen Eigentumsnachweis oder eine Proforma-Rechnung und ein aktuelles steuerliches Unbedenklichkeitszeugnis (Tax Clearance Certificate). Für Touristinnen und Touristen ist das ein hoher bürokratischer Aufwand.

In Nigeria müssen alle Drohnen mit einem Gewicht zwischen 250 Gramm und 25 Kilogramm über das RPAS-Portal der NCAA registriert werden. Wer diese Registrierung nicht durchführt, riskiert eine Geldbuße oder eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren.

Part 21 unterscheidet Drohnen zum einen nach Gewicht:

  • Small: über 250 Gramm bis 25 Kilogramm, nur in Sichtweite
  • Medium: über 25 bis 150 Kilogramm
  • Large: über 150 Kilogramm

Zum anderen nach dem Betriebsrisiko. Diese drei Kategorien sind nicht an ein Gewicht gekoppelt:

  • Open: geringstes Risiko, keine Vorabgenehmigung nötig, die Drohne muss aber registriert sein
  • Specific: höheres Risiko, Autorisierung durch die NCAA nötig
  • Certified: Drohne, Betreiber und Pilot müssen zertifiziert sein; die Drohne wird weitgehend wie bemannte Luftfahrt behandelt

Ins nigerianische Register eintragen lassen können sich nur nigerianische Staatsangehörige, Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht, in Nigeria eingetragene Unternehmen und Behörden. Als Reisende registrierst du deine Drohne also nicht in Nigeria: Wer sie im Heimatland bereits registriert hat, weist das nach und beantragt bei der NCAA eine Betriebsgenehmigung.

Überblick: Drohnen-Gesetze in Nigeria

Drohnen zum Freizeitgebrauch erlaubt? Ja, nach Registrierung oder Genehmigung
Gewerbliche Nutzung von Drohnen erlaubt? Ja, nach Registrierung oder Genehmigung
Maximale Flughöhe:400 Fuß (121,9 Meter) im unkontrollierten Luftraum.
Ist eine Drohnen-Versicherung erforderlich? Ja, für private und gewerbliche Drohnen-Flüge. Wir empfehlen diese Drohnen-Versicherung.
Benötigen Drohnen eine Kennzeichnung?Ja. Drohnen müssen mit ihrer Registrierungsnummer gekennzeichnet werden.
Mehr Infos zu Drohnen-Plaketten
Müssen Drohnen registriert werden? Ja.

In Nigeria müssen alle Drohnen mit einem Gewicht zwischen 250 Gramm und 25 Kilogramm registriert werden. Das läuft über das RPAS-Portal der NCAA. Eintragen lassen können sich nur nigerianische Staatsangehörige, Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht, in Nigeria eingetragene Unternehmen und Behörden. Ausländische Piloten weisen die Registrierung ihres Heimatstaats nach und lassen sich den Betrieb von der NCAA genehmigen.

Halte Abstand zu Flughäfen
Respektiere die Privatsphäre anderer Personen
Kontaktdaten

Zivile Luftfahrtbehörde: info@ncaa.gov.ng

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Weitere Vorschriften für Drohnen-Piloten in Nigeria

Drohnenflüge sind nur bei Tageslicht und in Sichtweite erlaubt. Die maximale Flughöhe beträgt 400 Fuß (120 Meter) über Grund. Halte mindestens 30 Meter Abstand zu Personen, die nicht am Flug beteiligt sind. Flüge über besiedeltem Gebiet sowie in Sperr- und Beschränkungsgebieten sind nicht gestattet.

Für private Flüge und Freizeitflüge gilt zusätzlich ein Abstand von 10 Kilometern zu jedem Flugplatz, Hubschrauberlandeplatz und Heliport. Die häufig genannten 4 Kilometer beziehen sich auf den Bewegungsbereich kontrollierter Flugplätze und gelten für die allgemeinen Betriebsbedingungen, nicht für den Freizeitbetrieb.

Über Einsatzorten von Feuerwehr, Polizei oder anderen Rettungs- und Sicherheitskräften darfst du nur mit Zustimmung der Einsatzleitung fliegen. Für Flüge im kontrollierten Luftraum brauchst du eine Freigabe der zuständigen Flugverkehrskontrolle.

In Nigeria darfst du deine Drohne nicht ohne Versicherung fliegen: Verlangt ist eine Mindestdeckung, die zum Risiko des Betriebs passt und Haftpflichtrisiken gegenüber Dritten einschließt. Der Versicherungsnachweis ist der NCAA vorzulegen.

Bei einem Vorfall musst du die NCAA auf schnellstem Weg informieren und innerhalb von 72 Stunden einen Bericht einreichen.

Für Kameradrohnen gelten ausdrückliche Persönlichkeitsrechte: Du darfst weder Personen ohne deren Einwilligung noch privates Grundeigentum ohne Zustimmung der Eigentümer überwachen. Auch Foto- und Filmaufnahmen einzelner Personen zur Veröffentlichung brauchen deren Einwilligung. Ausgenommen sind Berichterstattung sowie Veranstaltungen und Orte, zu denen die Öffentlichkeit eingeladen ist.

Warst du schon mit deiner Drohne in Nigeria unterwegs? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren unter diesem Beitrag, besonders zur Einfuhr und zum EUC-Verfahren.

Die hier aufgelisteten Drohnen-Regeln für Nigeria haben wir nach bestem Wissen recherchiert. Die Richtigkeit der Angaben können wir leider nicht garantieren. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, dann kontaktiere die zuständige Luftfahrtbehörde. Alternativ kannst du auch bei der Botschaft in Deutschland um weitere Informationen zu den Vorschriften bitten. Hinterlasse uns bitte einen Kommentar, wenn du Neuigkeiten erfährst und/oder selber Erfahrungen mit deiner Drohne in Nigeria gesammelt hast

Francis Profilbild Hexagon
Über den Autor

Francis Markert ist der Experte, wenn es um die private oder professionelle Drohnennutzung geht. Als erfahrener Drohnenpilot hilft er dir dabei, deine Drohne effizient und rechtssicher einzusetzen. Seit vielen Jahren widmet sich Francis der Ausbildung von Drohnenteams und Einzelpersonen, um deren Sicherheit im Umgang mit Drohnen zu gewährleisten. Er ist seit 2020 ein vom Luftfahrtbundesamt anerkannter Prüfer und darf neben praktischen und theoretischen Schulungen auch Prüfungen zu den großen Drohnenführerscheinen (Fernpilotenzeungis A2 und STS) abnehmen.

Mit seiner Ausbildungs- und Beratungstätigkeit unterstützt Francis professionelle Anwender in Unternehmen und Behörden genauso wie interessierte Einzelpersonen. Außerdem ist Francis Autor des erfolgreichen Buches „Drohnen: Die große Fotoschule“ und Mitbegründer von Drohnen-Camp Plus, dem Mitgliederbereich für die Drohnencommunity.

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