Drohnen-Gesetze in Europa (inkl. Update EU-Drohnen-Verordnung 2021)

In diesem Artikel stellen wir dir die aktuelle gültigen Regeln für Drohnen-Piloten in Europa vor. Außerdem findest du ausführliche Erklärungen zu den neuen europäischen Drohnen-Regeln, die ab 31. Dezember 2020 zu berücksichtigen sind.

Neue EU-Regeln für Drohnen ab 2021

Schon seit langem sind neue Regeln in Arbeit, die in der ganzen EU inklusive dem Vereinigten Königreich sowie den anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA (Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein) gelten und somit für eine Harmonisierung des Luftraums in der Europäischen Union sorgen sollen. Im Juni 2019 wurden diese Regeln nun endgültig bekannt gegeben und müssen seit dem 31. Dezember 2020 eingehalten werden. Ursprünglich sollte die neue Drohnen-Verordnung ab Juli 2020 gelten, jedoch wurde das Startdatum wegen der Corona-Krise um ein halbes Jahr verschoben.

Im Folgenden möchte ich dir eine Übersicht darüber geben, welche Neuerungen auf uns zukommen.

Bitte beachte, dass noch nicht alle Feinheiten geklärt sind. Die Behörden haben ein Jahr Zeit, die Verordnungen in die Realität umzusetzen und den noch ausstehenden Regulierungsbedarf zu klären. Dazu zählt u.a. das Einrichten einer neuen Infrastruktur (z.B. für Registrierungen) und die Evaluierung von Risiken in der unbemannten Luftfahrt.

Die neuen EU-Vorschriften verfolgen einen risikobasierten Ansatz. Je nachdem, welche Gefahr von einem Drohnen-Flug ausgeht, gelten unterschiedliche Auflagen. Dabei wird nicht zwischen privaten und kommerziellen Flügen unterschieden.

Um die EU-Verordnungen zu verstehen, müssen wir erst einmal zwei neu eingeführte Begriffe erklären:

  • Klassen: Mit den Geräte-Klassen werden Drohnen zukünftig nach ihren technischen Eigenschaften unterteilt. Es gibt die Klassen C0, C1, C2, C3 und C4. Drohnen müssen zukünftig von den Herstellern eindeutig mit der zutreffenden Klasse markiert werden. Hier findest du eine genauere Erklärung zu den Drohnen-Klassen der EU und zu den Übergangsbestimmungen für Drohnen ohne Klassifizierung.
  • Kategorien: Flugmanöver werden zukünftig anhand ihres Risikos in drei Kategorien (offen, speziell und zulassungspflichtig) untergliedert. Für die Offene Kategorie gibt es die drei Unterkategorien A1, A2 und A3.

Für die meisten Privatanwender wird die offene Kategorie die wichtigste Rolle spielen. Was du für die einzelnen Kategorien wissen musst, kannst du in diesen folgenden Artikeln nachlesen:

Um zu sehen, ob du in die Offene Kategorie fällst, kannst du das nachfolgende Formular nutzen.

Die europaweite Registrierungspflicht

Als Drohnen-Betreiber registrieren

Drohnen-Piloten müssen sich zukünftig registrieren, wenn ein bestimmtes Aufstiegsgewicht erreicht ist oder das Fluggerät mit einem Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten (z.B. eine Drohne mit Kamera) ausgestattet ist und die EU-Spielzeugrichtlinie von der Drohne nicht erfüllt wird.

Weitere Infos findest du in unserem Artikel zum Registrieren einer Drohne.

Was Länder selbst entscheiden können

Einige Aspekte regelt die EU-Drohnenverordnung nicht im Detail und überlässt es den einzelnen Ländern, wie sie sie ausgestalten, darunter:

  • Versicherungspflicht: Eine Versicherung für die Drohne ist ab einem Gewicht von 20 Kilogramm vorgeschrieben. Andere Regelungen obliegen den Ländern. In Deutschland müssen Betreiber auch für leichtere Geräte eine Drohnen-Versicherung haben.
  • Verbotszonen: Die Staaten können festlegen, wo Drohnen geflogen werden dürfen und wo Einschränkungen bestehen (z.B. Naturschutzgebiete, Flughäfen). Jedoch ist einheitlich geregelt, dass sie solche Daten im gleichen Format zur Verfügung stellen müssen, was die Handhabung erleichtert.
  • Mindestalter: Das Mindestalter für die Offene Kategorie liegt normalerweise bei 16 Jahren, eine Herabsetzung ist möglich.
  • Eigene Vorschriften: Es gibt Länder, in denen jetzt schon Regeln gelten, die es in anderen nicht gibt. Beispielsweise sind in Schweden und Kroatien Genehmigungen für Luftaufnahmen erforderlich. Solche Bestimmungen kann es weiterhin geben.

Für eine bessere Übersicht haben wir die Bestimmungen anschaulich in zwei Europakarten zusammengefasst: Die erste Karte ist für die private Verwendung von Drohnen und die zweite Karte stellt die Bestimmungen für kommerzielle Drohnen dar.

Europa-Karte für private Copter-Piloten

Europa privat Placeholder
Europa privat
Europa-Karte für gewerbliche Copter-Piloten

Europa gewerblich Placeholder
Europa gewerblich
Legende
  • Grün bedeutet, dass der Einsatz jeweils ohne vorherige Genehmigung im Rahmen der gültigen Bestimmungen erfolgen kann. Wenn du dich außerhalb der Vorschriften bewegen möchtest, kannst du i. d. R. eine Sondergenehmigung beantragen. In einigen Ländern darfst du zwar ohne Genehmigung fliegen, allerdings nur ohne eine montierte Kamera. Diese Länder sind nicht grün – sondern gelb – markiert; da die meisten Piloten sicherlich Film- und Fotoaufnahmen erstellen wollen.
  • Gelb bedeutet, dass du dich bzw. deine Drohne vor dem Fliegen registrieren, eine Genehmigung beantragen oder sogar eine Prüfung bestehen musst. Die Details erfährst du weiter unten.
  • Rot bedeutet, dass das Inbetriebnehmen von Multicoptern generell verboten ist. In diesen Ländern solltest du besonders vorsichtig sein, denn schon am Flughafen kann deine Drohne teilweise nach den Gesetzen beschlagnahmt oder du kannst nur wegen dem Besitz der Drohne verhaftet werden.
  • Grau bedeutet, dass ich keine zuverlässigen Informationen gefunden bzw. ich die Drohnen-Gesetze nicht ausreichend verstanden habe. Falls du hier weiterhelfen kannst, würde ich mich riesig über einen Kommentar freuen!

Aktuelle Gesetze der europäischen Länder

Was genau du in jedem einzelnen europäischen Land als Fernpilot beachten solltest, haben wir jeweils in einem extra Beitrag zusammengefasst. Klicke dafür einfach auf das Land, zu dem du mehr Informationen suchst:

Belgien Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Großbritannien Irland Island Italien Kosovo Kroatien Lettland Liechtenstein Litauen Luxemburg Malta Mazedonien Monaco Montenegro Niederlande Norwegen Österreich Polen Portugal Rumänien Russland Schweden Schweiz Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Ukraine Ungarn Weißrussland Zypern

Zusammenfassung zu neuen EU-Regeln 2020/2021

Mit den neuen Regeln musst du mindestens zwei fundamentale Dinge abklären, um für dich die anzuwendenden Regeln zu ermitteln: 1.) In welche Klasse fällt deine Drohne und 2.) wie nah möchtest du dich an unbeteiligte Personen annähern. Erst dann wird klar, welche Auflagen du zukünftig erfüllen musst. Ob diese Neuerungen zu einem besseren Verständnis der Regeln bei den Copter-Piloten führen, ist mehr als fraglich.

Zudem finde ich es schade, dass auch in Zukunft jeder Mitgliedsstaat in der EU eigene Gesetze erlassen kann. So ist z.B. jedem Mitgliedsstaat freigestellt, ein Mindestalter festzulegen. Sicherlich wird es durch die neuen EU-Regeln eine Vereinheitlichung der Bestimmungen geben, jedoch kann man nicht darauf vertrauen, dass in jedem europäischen Land zu 100% dieselben Vorschriften gelten. Eine gründliche Vorbereitung bei Auslandsreisen ist also auch in Zukunft erforderlich.

Klassen? Kategorien? A1, A3, C2? Du siehst bei den neuen EU-Regeln noch immer nicht ganz durch?

Dann ist unser Video-Kurs zur EU-Drohnenverordnung genau das richtige für dich! In 10 Lektionen bringen wir dir verständlich und anschaulich bei, was du als Drohnenpilot in der EU wissen musst. Neben 1,5 Stunden Video-Material findest du anschauliche Animationen, hilfreiche Checklisten für den Alltag und Quizfragen, mit denen du dein Wissen überprüfen kannst. Melde dich gern hier zum Video-Onlinekurs an.

Alle Beiträge zur neuen EU-Drohnenverordnung

Hier findest du zusammengefasst nochmal alle Beiträge, in denen wir die wichtigsten Bestandteile der neuen EU-Verordnung intensiver erklären:

Weitere hilfreiche Quellen zum Thema Reisen mit Drohne

Neben der Gesetzessammlung haben wir viele weitere Informationen für Reisende zusammengetragen, die ihren Multicopter mit ins Ausland nehmen wollen. Hier eine Übersicht:

Drohnenfoto des Schiffswracks Edro III an der Küste Zyperns
Welche Erfahrungen hast du im europäischen Ausland gesammelt? Verrate es uns in den Kommentaren!

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Über den Autor

Seit 2014 lässt mich die Begeisterung für Kamera-Drohnen nicht mehr los. Als Fotograf und Filmemacher bieten sie mir eine unglaubliche Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten. Dank Drohnen konnte ich überall auf der Welt ganz besondere Perspektiven einfangen, die ohne die neue Technik undenkbar wären. Doch in all den Jahren hat sich viel geändert und es stellt eine gewisse Herausforderung dar, als Drohnen-Pilot die technischen und rechtlichen Entwicklungen zu verfolgen. Deswegen haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, euch hier im Drohnen Camp alles Wichtige für den Umgang mit euren Drohnen verständlich zu erklären. Falls noch Fragen zu diesem Artikel offengeblieben sein sollten oder ihr Erfahrungen mit uns teilen wollt, dann schreibt uns gern einen Kommentar und wir versuchen euch so schnell wie möglich zu helfen!

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